Schwebeteilchen in Rechenzentren, Data Center und Serverräumen

Die Anforderungen der DIN EN 50600 haben ihren Fokus auf die physische Sicherheit in Rechenzentren. Dazu gehören die Regulierung und Überwachung von Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchte, Luftqualität, Schwebeteilchen, Bakterien, Gasförmige Verschmutzungen, Leckage, Belüftung, Entlüftung. Betroffene Bereiche sind Informationssysteme (IT) und Telekommunikationssysteme (TK), Stromversorgung, Stromverteilungen, Notstromaggregate, USV, Batterien, Klimaspangen, Mechanische Systeme, Steuerungssysteme, Doppelböden, Hohlböden, Kabeltrassen und vieles mehr.

Die von uns eingeatmete Luft und die Umgebungsluft in Serverräumen, Data Center oder Rechenzentren beherbergt viele verschiedene Schwebeteilchen. Schwebeteilchen im Rechenzentrum sind kleinste Teilchen (Feinstaub, Staubpartikel), die sich in der Luft in einer Art Schwebezustand bewegen. Schwebeteilchen sind in der Regel nicht sichtbar und zwischen einigen Nanometern (Millionstel Millimeter) bis zu etwa 50 Mikrometern (Tausendstel Millimeter) klein. Sie sind so leicht und klein, dass Kräfte wie die Schwerkraft, Gravitation oder die Reibungskraft nur sehr schwach und eher elektrostatische Anziehungskräfte auf die Bewegung der Teilchen einwirkt.

 

Schwebeteilchen im Rechenzentrum DIN EN 50600

 

Schwebeteilchen in der Luft

Einige der winzigen Partikel sind erwiesenermaßen bereits in kleinen Mengen gesundheitsschädlich, für sie gibt es Grenzwerte. Schwebeteilchen, die kleiner als 1 Mikrometer sind, gelangen schnell tief in die Atemwege hinein und können dort Entzündungen auslösen. Bei Schwebeteilchen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung schädlich für den Organismus sind, können gesundheitsgefährdenden Reaktionen und Symptome wie Husten, Atemnot, Lungenkrebs und weitere Atemwegserkrankungen auftreten.

Für die Gesundheit sind aber nicht alle Schwebeteilchen schädlich, am Meer werden unzählige kleine Salzkristalle in der Luft verteilt und feiner Wüstensand schwebt in der Luft über Ozeane hinweg. Pflanzensporen, die für den Fortbestand der Art sorgen, werden ebenfalls als Schwebeteilchen mit der Luft transportiert.

IT-Systeme leiden mit der Zeit unter jeglicher Art von Schwebeteilchen, denn sie setzen sich auf der Elektronik ab und behindern die zur Kühlung wichtigen Luftwege und Komponenten wie Kühlkörper, Lüfter und Netzteile. Staub hat im Serverraum nichts zu suchen. Wenn zentrale Systeme wie Server (Zentralrechner), Datenspeicher (Storages) oder Datenverteiler (Switches) im Rechnernetz (Netzwerk) oder anderen Informationstechnologieeinrichtungen wie Verteilerschränke ausfallen, liegt der Betrieb lahm.

Schwebeteilchen in der Luft können Feinstaub, Abgas- und Rußpartikel, Industriell hergestellte Nanopartikel, Rauch, Zigarettenrauch, Salzkristalle aus der Meeresgischt, Wüstensand, Vulkanische Asche, Pollen und Sporen, Bakterien und Viren sein.

 

Schwebeteilchen lassen sich in Serverräumen reduzieren

Die Luft der Serverräume lässt sich mittels Luftreiniger mit effizienten Filtersystemen zuverlässig von gefährlichen Schwebeteilchen säubern. Je nach Raumgröße stehen verschiedenste Luftreiniger zur Auswahl, meist erledigen das die Klimaanlagen, deren Filter regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Um Kleinstpartikel zuverlässig aus der Raumluft zu säubern, haben sich Filtersysteme aus HEPA-Filter und Aktivkohlefilter bewährt. Während HEPA-Filter Partikel bis zu einer Größe von 0,1 Mikrometer zu 99,95% sicher aus der Luft entfernen, werden noch kleinere Teilchen, Gase, Viren und Geruchspartikel in Filtern aus Aktivkohle eingefangen. Sind die Filtermöglichkeiten der Klimaanlagen erschöpft, hilft lediglich eine Rechenzentrum Reinigung.

Die DIN EN ISO 14644-1 Klasse 8 ist der Standard für die Luftreinheit im Rechenzentrum (RZ). Die Anzahl der Partikel eines Kubikmeters Luft sollte nicht überschritten werden.