In Deutschland gibt es ungefähr 50.000 Rechenzentren und niemand kennt die genaue Anzahl. Viele Standorte sind auch geheim. Etwa 85% sind unternehmenseigene Rechenzentren werden auch als Data Center bezeichnet oder bestehen nur aus einem Serverraum oder sogar nur einem Serverschrank. Kleine Räume für die zentrale IT-Infrastruktur werden auch EDV-Raum, Rechnerraum oder Computerraum genannt, manche Server stehen eher in einem Lager und teilen sich den Raum mit Kopierer, Akten und Papier.

Von Serverschränken mit 3 Quadratmetern bis zu großen Rechenzentren mit 5.000 Quadratmetern oder mehr sind Rechenzentren offensichtlich nicht klar definiert. Ohne Rechenzentren funktioniert nicht mehr viel, sie sind für Organisationen, Unternehmen aller Branchen, öffentliche Institutionen, die Nutzer und unser gesellschaftliches Leben von höchster Bedeutung.

Rechenzentrum RZ Server

Unternehmen nutzen ihre eigenen oder zentrale Rechenzentren für ihre Unternehmensdaten, Anwendungen und Geschäftsprozesse. Alle Internetdienste werden in Rechenzentren erbracht. Die Webserver und Server für Suchmaschinen, Webshops, Verkaufsplattformen, Videoportale, E-Mail, Telefonnetze oder andere Kommunikationsdienste sind in Serverschränken verbaut und stehen in Rechenzentren.

Ein großes Rechenzentrum (RZ) ist eine Spezialimmobilie, die durchaus aus weit über 1.000 qm Fläche bestehen kann. Ein Rechenzentrum ist dafür ausgelegt, Informationstechnik (IT) und Kommunikationstechnik (TK), Rechentechnik wie Server (Zentralrechner), Storages (Datenspeicher), Switches (Datenverteiler), Rechner, Computer, Speicher, Netzwerkkomponenten und die notwendige Infrastruktur zu beherbergen. Es dreht sich aber alles um die wertvollen Daten. Diese müssen irgendwo ins zentrale Rechenzentrum rein und bei Bedarf wieder raus. Zu einem sicheren RZ gehört Infrastruktur wie Datenanbindung, Stromversorgung, Brandschutzeinrichtungen, Kühlaggregate und Zutrittsschutz.

 

Rechenzentrum: Diese Anforderungen sollte es erfüllen

Ein Rechenzentrum dient der Unterbringung und dem Schutz der zentralen Informationstechnik (IT) wie Server, Storages und Switchs sowie der Kommunikationstechnik (TK) wie Telefonanlage oder Kommunikationsserver. Die EDV Anlagen, IT Systeme, Komponenten, Hardware und Geräte stellen den Kern der Unternehmens-IT dar. Das vorbildliche Rechenzentrum hütet die Kronjuwelen (Daten) Ihres Unternehmens.

Anforderungen an ein Rechenzentrum

 

Das Rechenzentrum (RZ) als Schutz für kritische und empfindliche Geräte

Ein Rechen­zentrum (RZ) wird auch Data Center oder Technikzentrum genannt. Neben den betrieblichen Rechenzentren gibt es kommunale und regionale Rechenzentren. In den meisten Unternehmen und staatlichen Einrichtungen ist es ein Serverraum mit den Serverschränken (Racks) und der darin enthaltenen IT-Infrastruktur, IT Systemen, EDV Anlagen, RZ Komponenten wie Server, Switches, Speicher, Telefonanlage. Das Rechenzentrum ist das Gehirn, Herz, Rückgrat eines Unternehmens, wichtige Prozesse laufen darin ab.

Die vernünftige Datensicherheit hängt nicht allein von Kennwörtern, Antivirenprogrammen oder Firewalls ab. Rechenzentren, Serverräume und Serverschränke spielen eine entscheidende Rolle für die IT Sicherheit.

Das Rechenzentrum beherbergt wertvolle Hardware, Software und Daten. Ein „unsicheres“ Rechenzentrum stellt für Unternehmen, Behörden, Organisationen oder Verwaltungen ein sehr hohes Risiko wie die Gefahren von Angriffe und Schwachstellen dar. Bei der Auswahl und Gestaltung eines Rechenzentrums müssen organisatorische und infrastrukturelle Maßnahmen beachtet werden.

Ohne eine funktionierende ITK ist ein Unternehmen handlungsunfähig. Der Unternehmenserfolg hängt vom reibungslosen Betrieb der Hardware und Software ab. Arbeitsstationen greifen pausenlos auf die Daten des Rechenzentrums zu und speichern diese dort ab. Zunehmend werden Rechenzentren betrieben, um Cloud-Lösungen bereitzustellen, das Colocation Hosting. Ein Anbieter betreibt dabei die RZ-Infrastruktur und grundlegende RZ-Dienste, beispielsweise die schnelle Internetanbindung und Backup, die von anderen RZ-Betreibern genutzt wird, um eigene RZ-Dienste, beispielsweise SaaS, IaaS, PaaS, bereitzustellen. Es gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, vor allem bei Kritischen Infrastrukturen (KRITIS).

 

Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Im Rechenzentrum orientieren Sie sich an den strengen Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und bieten auf einer großen Fläche modernste IT-Infrastruktur für physische Sicherheit, Datensicherheit, Datenschutz , hohe Verfügbarkeit, starker Performance und optimale Anbindung (Connectivity) der Server in dedizierten Serverräumen oder auf Colocation-Flächen. IT ist dort optimal aufgestellt, Qualität wird großgeschrieben, das Rechenzentrum ist ISO/IEC 27001 zertifiziert. Sie stellen Schutz und Governance sicher.

Ihre Serverräume verfügen in sicherheitsrelevanten Punkten über allerbeste Ausstattung, wie beispielsweise einen hochmodernen Brandschutz, regulierte Zutrittskontrolle, redundante Klima- und Energieversorgung.

Das Netzwerk ist mit hochwertigen Komponenten ausgestattet, die per Glasfaser- und Kupferverkabelung IPv6-ready durch zwei unabhängige Carrier ans Internet angeschlossen sind. Sie stellen den optimalen Betrieb zum Erreichen der Unternehmensziele sicher und schaffen Strategien für die Zukunft und Erweiterung des Geschäftsbetriebes.

Im Rechenzentrum spielen die verlässliche IT-Technik und das Know-how des Personals eine große Rolle. Die Sicherheit der Infrastruktur wird durch bauliche Maßnahmen sowie die technische Ausrüstung des Gebäudes sichergestellt. Das Gebäude besteht aus Beton, Mauerwerk und Trockenbau, Feuerwiderstandsklasse F90 und wird über eine Einbruchsmeldeanlage mit direkter Verbindung zur Polizei überwacht. Der Zugang zum Grundstück und dem Gebäude steht unter permanenter Überwachung. Die Außentüren sind gegen Einbruch gesichert und können nur mithilfe einer speziellen Zutrittskarte geöffnet werden. Die T30-Stahlschutztüren sind ebenso alarmüberwacht, Einlass zum Systemraum erfolgt lediglich nach einer Zugangskontrolle.

Die Räume werden mittels einer Brandmeldeanlage mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr überwacht. Eine Brandfrüherkennung, Sauerstoffreduzierung, Absauganlage und CO2-Feuerlöscher sorgen für erhöhte Sicherheit.

Die Stromversorgung wird bei einem Stromausfall durch getrennte USVs und NSVH aufrechterhalten. Die Notstromversorgung erfolgt durch einer Kombination aus Batterien als Sofortreserve und Diesel-Generatoren, die die Versorgung für mehrere Stunden oder länger übernehmen und dafür einen großen Vorrat an Brennstoff benötigen.

Die Klimatisierung erfolgt über Kaltluftverteilung aus den Klimaschränken über den Doppelboden, über Lüftungsplatten erfolgt die Luftzufuhr zu den Serverschränken. Zur modernen Kühl- und Klimatechnik gehört die Einhausungen für Warm- und Kaltgänge.

Die Informationstechnik (IT) im Rechenzentrum besteht aus Servern (Zentralrechner), Storages (Datenspeicher), Switches (Datenverteiler) und anderen Netzwerkkomponenten sowie digitalen Anwendungen und Appliances wie Router, Loadbalancer sowie Firewalls. Die Komponenten sind meist redundant ausgelegt.

Kurzum, Sie bieten ein Rechenzentrum mit IT „made in Germany“ sowie Sicherheit und Leistung auf hohem Niveau. Aber wie sieht es mit dem Staub aus?

 

 Anforderungen an einen Serverraum – Tipps / Checkliste.

Typische Gefährdungen

Die Gefahren für Daten sind vielfältig und reichen von Kurzschlüssen bis hin zu Softwarefehlern. Wenn die Stromversorgung aufgrund eines Stromausfalls unterbrochen wird, wird der Schreibvorgang einer Festplatte nicht beendet und die Informationen werden nicht gespeichert.

Computersysteme können infiziert werden. Computer-Malware wie Viren, Würmer oder Hacker-Angriffe führt häufig zu Datenkorruption oder im Fall von Ransomware zur Verschlüsselung. Das Risiko lässt sich verringern, aber wohl nicht ganz ausschließen. Durch die Datensicherung werden alle Daten, die Sie benötigen, auf einen Datenträger kopiert, der dann sicher verwahrt werden kann.

Ihr Standort sollte eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Für den IT-Grundschutz, die Anforderungen an ein Rechenzentrum und die Sicherheit werden folgende typische Gefährdungen angenommen: Höhere Gewalt, Feuer, Wasser, unzulässige Temperatur und Luftfeuchte, Ausfall von Patchfeldern durch Brand, Organisatorische Mängel, Fehlende oder unzureichende Regelungen, unbefugter Zutritt zu schutzbedürftigen Räumen, Technisches Versagen, Ausfall der Stromversorgung, Ausfall interner Versorgungsnetze, Spannungsschwankungen / Überspannung / Unterspannung, Vorsätzliche Handlungen, Manipulation oder Zerstörung von Geräten oder Zubehör, Manipulation an Informationen oder Software, Unbefugtes Eindringen in ein Gebäude, Diebstahl, Vandalismus.

Eines der größten Risiken für einen Ausfall der IT-Technik ist die Kontamination der IT-Infrastruktur durch Staub, Baustaub und anderen Verschmutzungen. Staub verursacht die meisten Probleme im Netzwerk. Kurzschlüsse, Unterbrechungen, Performanceverluste, Ausfälle sowie Brände entstehen durch leitfähige Partikel auf Leiterplatten und Elektronik der Server, Storages und Switches. Der Serverraum sollte sauber sein. Die IT-Infrastruktur ist das Rückgrat einer Organisation oder Unternehmens. Sollte die Kontamination durch Staub, Baustaub oder Ruß deutlich sichtbar sein, ist eine Reinigung der Räume und Hardware für die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit unumgänglich.

BSI IT-Grundschutz B 2.4 Serverraum

 

Gebäude / Räumlichkeiten

Das Rechenzentrum eines Unternehmensgebäudes sollte sich in einem eigenen Brandschutzbereich befindet. Bei der Auswahl des Rechenzentrums sind besonders gefährdete Bereiche zu vermeiden. Kellerräume können durch Wasser und Räume im Erdgeschoss durch Einbruch, Sabotage, Vandalismus und höhere Gewalt gefährdet sein.

Ein Rechenzentrum muss vor äußeren Einflüssen bewahrt und ausreichend gekühlt werden. Eine Menge leistungsfähiger Hardware auf engem Raum benötigt Energie und erzeugt Wärme. Mikroprozessoren werden im Betrieb sehr heiß und müssen gekühlt werden.

Rechner benötigen Strom und Schutz vor Diebstahl und Manipulationen. Ein Rechenzentrum besteht nicht nur aus einem Raum oder Gebäude, das Switches, Server, Speicher, Verkabelung und den Anschluss an das Internet bereithält, sondern auch Stromversorgung, Kühlung und häufig automatische Löscheinrichtungen und regelmäßige Backups, die den Betrieb sicherstellen.

Rechenzentren werden in sogenannte Tiers nach der Definition des American National Standards Institute (ANSI) eingestuft und gelten als Gradmesser für das Sicherheitsniveau. Ein Tier 4 Rechenzentrum bietet eine Verfügbarkeit von mindestens 99,995%, die Ausfallzeit innerhalb eines Jahres beträgt weniger als eine Stunde. Gewährleistet wird dies durch mehrfaches Vorhalten (Redundanz) aller wichtiger sowie kritischer Komponenten.

Sicherheitssysteme wie Kameraüberwachung, Sicherheitsschleusen, Keycards, Zahlencodes und Wachdienst sorgen dafür, dass lediglich autorisiertes Personal Zugang zu den Serverräumen hat.


BSI IT-Grundschutz M 1.13 Anordnung schützenswerter Gebäudeteile

Stromversorgung

Die Betreiber von Rechenzentren treffen mit hohem Aufwand Vorkehrungen, damit die höchstmögliche Verfügbarkeit gewährleistet werden kann. So sind große oder kommunale Rechenzentren meist an zwei unterschiedliche Netze der lokalen Stromversorger angeschlossen. Die Stromversorgung ist sichergestellt, auch wenn einer der beiden Bereiche ausfallen sollte. So führen Reparaturen an einem der Netze nicht dazu, dass Geräte wie Server deswegen ausgeschaltet werden müssen. Server, Switches und Speichereinheiten haben jeweils mehrere redundante Netzteile. Der Ausfall eines der Netzteile führt nicht zum Totalausfall.

Das Rechenzentrum sollte über einen eigenen Stromkreis verfügen, getrennt von anderen Anlagen. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sorgt im Falle eines Stromausfalls dafür, dass zumindest das kontrollierte Herunterfahren der Systeme gewährleistet ist. Im Notfall stellt ein Notstromgenerator das Aufrechterhalten der Systeme sicher, das ist sinnvoll, wenn im Zuge der Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit ein langfristiger Stromausfall nicht tolerierbar ist. Wenn Single-Point-of-Failure vermieden werden müssen, sollten sämtliche Komponenten der Informationstechnik (IT) und Kommunikationstechnik (TK) redundant (mindestens doppelt) vorhanden sein.

Im Rechenzentrum wird der laufende Betrieb der Anwendungen über Batterieblöcke, die sogenannte Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Minuten oder Stunden gesichert, die auch gleichzeitig die Stromqualität sicherstellt. Die USV gleicht Spannungsschwankungen aus und schützt die empfindliche Rechenelektronik. Netzteile können Aussetzer im Millisekundenbereich ausgleichen, doch für darüber hinausgehende Unterbrechungen sind unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) notwendig.

Zusätzlich verfügen große Rechenzentren meist in einem separaten Raum oder Gebäude Dieselgeneratoren, die im Notfall den Energiebedarf des Rechenzentrums über Stunden oder Tage decken können, je nach Dieselvorrat. Damit der Dieselmotor schnell und zuverlässig anspringt, wird er durch Vorwärme in ständiger Bereitschaft gehalten. Aus Redundanzgründen gibt es in vielen Rechenzentren ein zweites Notstromaggregat. Der Dieselgenerator übernimmt nach einem Stromausfall innerhalb kürzester Zeit als eigene Notstromversorgung die Stromversorgung. Die Treibstoffreserven müssen im Bedarfsfall aufgefüllt werden. Dafür sollten garantierte Lieferzeiten vereinbart werden.

 

Batterieraum für die Notstromversorgung  

Batterieraum

 

Dieselmotor im Notstromraum

Dieselgenerator als Notstromversorgung

 

Kühlung und Klima

Elektronische Bauteile erzeugen im Betrieb Wärme, bei Prozessoren kann von Hitze gesprochen werden. Die Kühlung durch Kühlkörper, Lüfter und Klimaanlage ist essentiell. Wird Wärme nicht abgeführt, fallen Bauteile aus. Aufgrund der Rechenleistung ist der Bedarf an Kühlung enorm. Bewährt hat sich die Anordnung der Racks in Kaltgang und Warmgang. Zwei Reihen von Racks stehen sich jeweils gegenüber. Durch Löcher im Doppelboden bläst die Klimaanlage kühle Luft ein.

Die aktiven Geräte wie Server in den Racks saugen diese kalte Luft ein und führen die abgegebene Wärme zur Rückseite ab. So entsteht ein Kaltgang, in dem praktischerweise die Frontseiten der Server zugänglich sind und ein Warmgang, dessen warme Luft durch die Klimaanlage abgekühlt werden muss. Die Wirkung des Prinzips wird durch eine Abdeckung nach oben und durch Türen an den Seiten deutlich verstärkt. Im Rechenzentrum stehen in der Regel mehrere solcher Kaltgangeinhausungen in den Serverräumen.

Staub, Baustaub, Schmutz Staub, Baustaub, Schmutz Server, Switches, IT Systeme, EDV Anlagen, TK, Geräte, Hardware, RZ Komponenten Serverraum Warmluft Serverschrank, Rack, Technikschrank Serverschrank, Rack, Technikschrank Bodenplatten Klimaanlage Warmgang Kaltgang Warmgang Doppelboden Klimaanlage Warmluft

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Klimaanlagen werden mit der Außenluft oder im Sommer mit Wasser gekühlt, das Kältemaschinen herunterkühlen müssen. Die erhitzte Luft geben Rückkühler an die Außenumgebung ab.


BSI IT-Grundschutz M 1.3 Angepasste Aufteilung der Stromkreise
BSi IT-Grundschutz M 1.28 Lokale unterbrechungsfreie Stromversorgung

 

Doppelboden - Doppelter Boden und Hohlboden

Im Hohlraum des Doppelbodens können Versorgungsleitungen und Kabel versteckt werden. Das führt zu einer Erhöhung der Sicherheit. Kabel und Leitungen haben so einen sicheren Platz und im Serverraum gibt es dadurch weniger Stolperfallen. Zur Kühlung der aktiven Komponenten im Rechenzentrum kann die kalte Luft durch den Doppelboden strömen.

Doppelboden Hohlboden

BSI IT-Grundschutz M 1.49 Technische und organisatorische Vorgaben für das Rechenzentrum

Brandschutz: Schutz vor Hitze, Brand und Feuer

Brände in Serverräumen, Data Center oder Rechenzentren sind keine Seltenheit. Häufig ist die Folge ein verheerender Datenverlust. Schutzräume wie ein Rechenzentrum minimieren das Risiko. Das Rechenzentrum muss vor Hitze, Brand und Feuer geschützt werden. Für Sicherungsanlagen gibt es eine Flut an technischen Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen.

Im modernen Rechenzentrum hat eine umfassende Brandschutzstrategie allerhöchste Priorität. Es wird alles dafür getan, damit es gar nicht erst zu einem Brand kommen kann. Dazu gehört die Auslegung der Räume als Brandabschnitt, die Brand- und Rauchfrüherkennung, Brandmeldeanlage, Löscheinrichtungen, Schutz gegen Brandgase, Staub und Löschwasser. Den Sauerstoffgehalt der Luft soweit zu reduzieren, dass keine Flammen mehr entstehen können, ist eine wirkungsvolle Methode. Da Sauerstoff durch Undichtigkeiten oder Betreten der Räume immer wieder einströmt, müssen Sauerstoffreduzierungsanlagen ständig laufen.

Im Falle des Falles leiten Löschanlagen mit hohem Druck ein nicht brennbares Gas in den betroffenen Raum ein, das den Sauerstoff verdrängt und das Feuer löscht. Benachbarte Rechner bleiben unbehelligt. Durch Löschwasser wäre der Folgeschaden nach dem Brandschaden an der Technik erheblich.

Für Rechenzentren empfiehlt sich eine Ausstattung nach der europäischen Feuersicherheitsnorm DIN EN 1047 Teil 2 beziehungsweise der baurechtlichen Anforderungen an die Tür DIN 18082 und die Orientierung an Brandschutzvorschriften, Bauaufsichtsbehörde und Feuerwehr. Selbstschließende, feuerhemmende, rauchdichte Türen und Fenster verhindern ein Übergreifen von Flammen möglichst lange. Im Rechenzentrum müssen Handfeuerlöscher in der jeweils geeigneten Brandklasse (DIN EN 3 Tragbare Feuerlöscher), (Brandklasse B, CO2, Kohlendioxid, Argon, Stickstoff) in ausreichender Zahl und Größe vorhanden sein. Nur so eine Sofortbekämpfung möglich. Damit Feuerlöscher im Ernstfall funktionieren, müssen diese regelmäßig gewartet werden.

Wenn der normale Luft- und Wärmeaustausch für die Geräte im Rechenzentrum nicht ausreicht, muss eine Klimaanlage installiert werden. sind Eine Brandmeldeanlage ist besser als Rauchmelder, die Brände im Rechenzentrum und den IT-Anlagen frühzeitig erkennt. Automatische Löschanlagen können hohe Anschaffungskosten neuer IT-Anlagen vermeiden. Papier, Pappe und Verpackungsmaterial stellen eine Gefahrenquelle dar. Das Rechenzentrum darf nicht als Abstellplatz oder Lager für entzündliche Gegenstände missbraucht werden.

BSI IT-Grundschutz M 1.7 Handfeuerlöscher

 

Schutz vor Wasser

Hardware und elektronische Geräte, IT-Anlagen und EDV-Systeme wie Server, Storage und Switche müssen vor Wasser geschützt werden. In das Rechenzentrum darf kein Wasser oder Regen eindringen. Durch das Rechenzentrum sollten keine wasserführenden Leitungen verlaufen. Leckagen in Heizungssystemen und Sprinkleranlagen, eindringendes Löschwasser oder Hochwasser stellen eine Gefahr dar und können zu Ausfällen führen. Reinigungsarbeiten dürfen keinesfalls mit Wasser vorgenommen werden.

BSI IT-Grundschutz M 1.24 Vermeidung von wasserführenden Leitungen

 

Schutz vor Einbrüchen

Das Rechenzentrum sollte stets verschlossen sein, damit unbefugte diesen nicht betreten können. Türen und Fenster sollten gegen Einbruch gesichert sein. Mindestens mit der Widerstandsklasse RC2 (Resistance Class) nach DIN EN 1627:2011-09 "Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung - Anforderungen und Klassifizierung" oder höherwertig, damit diese auch zeitintensiveren Einbruchsmethoden standhalten. Die Widerstandsklasse RC2 sieht spezielle Schlösser, Rollladensicherungen, gesicherte Notausgänge sowie verschließbare Aufzüge vor. Der Zutritt zum Rechenzentrum sollte ausschließlich mit einem Schlüssel oder einer Chipkarte möglich sein.

BSI IT-Grundschutz M 1.19 Einbruchsschutz

Videoüberwachung

Zur Schadenverhütung kann der Eingangsbereich durch eine Videoüberwachung mit datenschutzkonformer Aufzeichnung gesichert werden.

BSI IT-Grundschutz M 1.53 Videoüberwachung

 

Zutrittsberechtigung

Es muss gewährleistet sein, dass niemand an der Rechentechnik Schaden anrichten oder manipulieren kann. Damit keine unberechtigten Personen Zutritt zum Rechenzentrum erlangen, bestehen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Der Standort, die Bauweise, Einzäunung des Geländes, Bewegungsmelder, Kameras, Sicherheitsschleusen, Zugangssysteme und Wachschutz sorgen dafür, dass lediglich autorisierte Personen Zugang zum Serverraum haben.

Lediglich diejenigen, die zur Durchführung ihrer Aufgaben einen Zugriff auf die IT-Anlagen benötigen (Wartung, Reparaturen, Datensicherung), sollten Zutritt zum Rechenzentrum erhalten. Der Zutritt zum Rechenzentrum sollte dokumentiert und kontrolliert werden. Ein Schlüssel sollte für den Notfall als Reserve gesichert aufbewahrt werden. Wer wann einen Schlüssel zum Rechenzentrum erhalten hat, sollte auch dokumentiert werden.

BSI IT-Grundschutz M 1.73 Schutz eines Rechenzentrums gegen unbefugten Zutritt

 

Staub, Verschmutzung, Verunreinigungen

Staub, Baustaub, Verschmutzung und Verunreinigungen können zur Störung und Ausfall der Informationstechnik führen. Stäube können eine tickende Zeitbombe im Betrieb sein. Viele Brände entstehen durch Leichtsinn. Oft lösen defekte Elektrogeräte einen Brand aus. Gefährlich sind Geräte, die nicht genügend Luftzufuhr erhalten und überhitzen. Staub birgt ein hohes Risiko von Kurzschlüssen, Brand und Ausfällen, das verursacht Instandsetzungskosten und Ausfallzeiten.

BSI IT-Grundschutz G 0.4 Staub, Verschmutzung
BSI IT-Grundschutz G 0.4 Staub, Verschmutzung

 

Anforderungen an ein Rechenzentrum (RZ), Data Center oder Serverraum